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Stress-Inkontinenz        

Hierbei handelt es sich mit 60% aller Fälle um die häufigste Art der Inkontinenz, welche u.a. auch hei jüngeren Frauen vorkommt. Mit ,,Stress" ist hier ein Druckanstieg in der Bauchhöhle gemeint, der bei Niesen, Husten und Lachen oder beim Hochheben einer Last auftritt. Normalerweise widersteht der Verschluss der Harnröhre dem Stress einer sich plötzlich auftretenden Druckerhöhung. Wenn der Aufhängeapparat oder die Bänder, welche die Harnröhre unterstürzen, nachlassen und wenn nicht mit Hilfe der Beckenbodenmuskulatur der Verschluss- mechanismus unter Stresssituationen verbessert wird, kann es zu unfreiwilligem Urinverlust kommen.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Belastungsinkontinenz
Verhaltenstherapie, Beckenbodentraining und seit kurzem auch die medikamentöse Behandlung ermöglichen die nicht-operative Behandlung einer Belastungsinkontinenz.

Das Beckenbodentraining ist eine sehr wirksame Maßnahme. Es stellt jedoch kein Bodybuilding für den Beckenboden dar. Die betroffene Frau muss vielmehr wieder lernen, ihre Beckenbodenmuskulatur gezielt einzusetzen. Dazu bedarf es der Unterweisung und Kontrolle durch eine Physiotherapeutin. Die Durchführung bestimmter Übungen lediglich auf Basis schriftlicher Anweisungen ist im Allgemeinen nicht ausreichend und führt oft durch Misserfolg zur Demotivation.

 Sind diese Therapiemaßnahmen nicht ausreichend, kann man heute mit Hilfe einer wenig belastenden Operation, durch Unterfahren der Harnröhre mit einer Kunststoffschlinge (z.B. tension free vaginal tape/TVT und Nachfolgeprodukte), bei etwa 80 Prozent der so Behandelten ein zufrieden stellendes Ergebnis erreichen. Dabei wird ein spannungsfreies Band von der Scheide aus um die Harnröhre gelegt. Die Injektion von verschiedenen Substanzen unter die Schleimhaut der Harnröhre zur Erhöhung des Widerstandes am Blasenauslass kann zu einer Verbesserung der Situation führen. Allerdings sind die Ergebnisse meist nicht anhaltend und wiederholte Behandlungen notwendig.

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