Ca. 30.000 Männer in Deutschland lassen sich jährlich mittels einer Durchtrennung der Samenleiter sterilisieren (Vasektomie). In sechs bis zehn Prozent der Fälle kommt es aufgrund veränderter Lebensumstände, z.B. durch Auflösung von Lebenspartnerschaften, zum erneuten Kinderwunsch. 
Dank mikrochirurgischer Techniken und verbesserter Nahtmaterialien ist es heute möglich, diesen Eingriff nach abgeschlossener Familienplanung wieder rückgängig zu machen. Die sogenannte Vasovasostomie oder Refertilisierungsoperation ist ein international als Standard angesehenes Verfahren. Sie kann auch bei entzündlich bedingten Verschlüssen oder bei angeborenen Fehlbildungen des Samenleiters angewandt werden. Der Eingriff erfolgt in einer Vollnarkose. Über zwei kleine Hautschnitte im Bereich des Hodensackes werden die Samenleiterenden freigelegt. Aufgrund der Kleinheit der Strukturen und der hohen Anforderungen an die Präparationstechnik wird die Operation unter dem Operationsmikroskop durchgeführt In einer zweischichtigen Nahttechnik werden die vorher präparierten Samenleiterenden mit feinsten Nähten wieder aneinandergefügt. Die Dauer der Operation beträgt etwa zwei Stunden. Um zu starken Zug auf die Nahtstelle zu vermeiden, sollte nach der Operation für etwa zwei Wochen eine enge Unterhose, bzw. ein Suspensorium getragen werden. 48 Stunden nach der Operation darf wieder geduscht werden, allerdings sollte für etwa 10 Tage auf Baden, Schwimmen oder Saunen verzichtet werden. Büroarbeiten können etwa 3 Tage nach dem Eingriff wieder aufgenommen werden. Es empfiehlt sich jedoch für etwa drei Wochen keine schweren Arbeiten oder Sport auszuüben. Für 4 Wochen nach der Operation sollte eine sexuelle Karenz eingehalten werden. Anschließend sollten im Abstand von 6-12 Wochen und dann in dreimonatlichen Abständen mikroskopische Kontrollen der Samenflüssigkeit bis zum Nachweis von Spermien durchgeführt werden. Wie bei jedem operativen Eingriff kann es auch bei der Vasovasostomie zu kleineren Komplikationen (Blutung, Infektion) kommen. Die häufigste Komplikation ist ein Bluterguß im Hodensack. Dies ist jedoch unproblematisch, da er sich meist innerhalb weniger Wochen von selbst wieder auflöst. Erfolgschancen Durch die verbesserten Operationstechniken konnten die Erfolgsquoten der Operation in den letzten Jahren gesteigert werden, so dass bei erfahrenen Operateuren nach heutigen Zahlen bei etwa 80% der Männer wieder Spermien in der Samenflüssigkeit nachweisbar sind. Die Rate der Schwangerschaften nach der Operation liegt zwischen 50 und 70% und ist umso besser, je kürzer nach der Vasektomie die Refertilisation durchgeführt wird. |